Anmerkungen zur Sportentwicklung in Hamburg
1. Das traditionelle Dreiecksmodell des Sports funktioniert nicht mehr:
„Mit dem Spitzensport wird für den Breitensport geworben. In der Breite, etwa im Verhältnis 1000:1 finden sich die Talente, die sich zu Spitzensportlern entwickeln könnten“.
2. Argumente für den Sport der Vereine sind Gesundheit, Lebensfreude und das Erlernen sozialer Kompetenz, z.B. in der Mannschaft oder bei der Vereinsarbeit.
3. Die Sportvereine stehen im Wettbewerb mit den kommerziellen Anbietern. Die Sportvereine müssen mit der Qualität ihrer Angebote konkurrenzfähig sein. Das geht nur mit qualifizierten Kräften und das geht einher mit der Professionalisierung auch des Sportbetriebes der Vereine.
4. Personalwirtschaft und die Betreuung vereinseigener Anlagen erfordert ein vielseitig fachlich kompetentes Management, das ehrenamtlich kaum noch zu generieren ist, hauptamtlich nur über Großvereine ab etwa 4000 Mitgliedern.
5. Ballsportarten mit Ausnahme Fußball sind nur noch in Spielgemeinschaften möglich. Die Einzugsbereiche der Ligen gehen längst über den Bereich des Großraumes Hamburg hinaus. Das kostet Geld und Zeit der jungen Leute, die diese nicht mehr haben. Sponsoring ist in diesem Bereich nicht ausreichend und auch nicht mittelfristig stabil.
6. Die gesellschaftliche Bedeutung des Sports geht zurück: kein Sportlerball mehr, Schützenkönige fehlen, Vereine geben auf.
7. Die Ausdehnung des Schulunterrichts in den Nachmittag hinein, den wir deswegen keineswegs kritisieren wollen, schränkt den Vereinssport mit Kindern und Jugendlichen gleichermaßen ein: Die Hallenzeiten am Nachmittag fehlen. Die Jugendlichen haben Unterricht.
Konsequenzen
• Gezielte staatliche Förderung des Breitensports der Vereine mit allen seiner positiven Auswirkung auf Gesundheit, Wohlbefinden und Integration
• Der Spitzensport, weil längst kommerzialisiert und abhängig von Sponsoren und damit abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Situation, hat Zugang zu privaten Mitteln, wenn er attraktiv ist.
Hamburg, im November 2009
Peter Sielaff